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Wie lege ich mir eine Wildblumenwiese in meinem Garten an

Liebe Kinder, liebe Eltern,

hier möchten wir euch informieren, wie ihr in eurem Garten oder auf dem Balkon eine kleine Wildblumenfläche anlegen könnt.

Ihr wisst ja von dem Artikel "Kleine Geschichte der Blühwiese", dass Blühwiesen sehr wichtig sind, um heimische Pflanzen und Tiere zu erhalten. Wie können wir nun in unseren Gärten die Artenvielfalt fördern?

 

bunter Garten 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung 1 und 2: In dem hier abgebildeten Garten, gibt es viele Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Auch Vögel und Igel sind hier zu Gast und finden immer etwas zum Fressen.

So groß müssen die Wiesen aber gar nicht sein. Fragt eure Eltern, ob sie im Garten ein sonniges Plätzchen für ein paar Quadratmeter Blumenwiese erübrigen könnten oder für den Balkon ein paar Töpfe oder einen Blumenkasten.

Wenn ja, dann geht die Arbeit los - jetzt im März ist die beste Zeit dazu:

Zuerst müsst ihr, wenn da noch Rasen ist, die Rasensoden mit einem Spaten abtragen. Nehmt die oberste Erdschicht mit weg. Denn Ihr wisst ja: Wildblumen bevorzugen mageren Boden, keinen dicken Humus. Vielleicht helfen euch ja eure Eltern?

Dann müsst ihr die Wildblumensamen einsäen. Nehmt aber nur geeignetes Saatgut, in dem garantiert heimische Wildblumensamen drin sind und keine Garten- oder Zierblumenmischungen! (Das nennt man zertifiziertes Saatgut.)

Gerne bekommt ihr da etwas von uns! Meldet euch einfach! Kontaktdaten findet Ihr am Ende dieses Artikels.

 

Abbildung 3: zertifiziertes, heimisches Saatgut aus der Region

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Samentüte gut schütteln, damit sich die großen und kleinen Samen schön mischen, dann das Saatgut auf dem Fleckchen Erde gleichmäßig, aber sparsam verteilen.

 

Abbildung 4: Wildblumensamen sind verschieden groß, daher muss man gut mischen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dabei nicht zu viel nehmen, sonst steigen sich die Pflanzen später gegenseitig „auf die Füße“! Ein Gramm pro Quadratmeter genügt. Dann drückt Ihr die Samen ein bisschen fest, damit sie der Wind nicht davonträgt. Aber nicht in die Erde einarbeiten! Diese Samen sind Lichtkeimer. In der dunklen Erde gehen sie nicht auf.

Nun müsst Ihr die Fläche feucht halten, damit die Samen „aufwachen“ und keimen. Aber nicht mit dickem Strahl gießen, sondern vorsichtig mit dem Gießkannenaufsatz wie bei sanftem Regen.

 

Oh weh! Euer kleines Wiesenbeet mögen leider auch die Schnecken! Die müsst Ihr fleißig wegsammeln, sonst bleibt von euren Samen und frischen Pflänzchen nicht mehr viel übrig. Und da kommen schon die nächsten Interessenten: auch Vögel fressen natürlich gerne eure kostbaren Samen! Ich habe mir da mit ein paar Stäben, Schnüren und Plastikstreifen, die im Wind flattern, geholfen. Die Vögel sind dann lieber nebenan an der Futterstelle beim Birnbaum geblieben.

 

Abbildung 5: abgetragene Fläche mit Schnur, Stäben und Flatterband vor Vögeln schützen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und jetzt heißt es Geduld haben. Wenn Ihr Löwenzahn oder Gras seht, solltet Ihr das entfernen. Sie nehmen euren Wildblumen die Nahrung weg.

Im Sommer blühen vielleicht schon die ersten Mohn- und Kornblumen, die vom Saatguthersteller beigemischt werden, damit Ihr nicht so lange warten müsst, bis ein bisserl Farbe erscheint. Vielleicht sind auch schon ein paar weiße „aufgeblähte“ Blüten vom Taubenkropf-Leimkraut dabei?

Aber die meisten Wildblumen kommen erst im zweiten Jahr, denn in der Saatgutmischung sind mehr als 20 verschiedene Arten enthalten – weiße Margeriten, rote Lichtnelken, gelber Hornklee, blaue Glockenblumen und viele, viele mehr!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn die Blumen dann verblüht, deren Samen für das nächste Jahr zu Boden gefallen sind, und die Insekten sich für den Winter wieder versteckt haben, dann darf das Beet gemäht werden. Wichtig: Das Beet nie düngen, das gemähte „Blumen-Heu“ immer in den Kompost oder unter eine Hecke geben und nicht auf der Blühfläche liegenlassen. Sonst werdet ihr bald nur noch Gras und Löwenzahn haben.

Ja, es macht Mühe, Natur wieder herzustellen und man braucht viel Geduld. Aber es lohnt sich und die Bienen und Schmetterlinge werden es euch danken!

 

2021-02-22

Autorin: Judith Ortenburger

Bilder: Judtih Ortenburger