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Unser nächster Termin:

Am:       20.01.2021

Um :         20 Uhr

Ort:     Zoom,
Link bei Judith anfordern: j.ortenburger@hohenlinden-blueht.de

 Worum geht`s?

- Marktschwärmerei aufmachen?

- neue Blühwiesen, wer, wo, was

- Artikel im Mitteilungsblatt der Gemeinde: was kann man selber im Garten tun?

- Programm für 2021: Exkursionen und Infoveranstaltungen?

- GAP: was gibt´s Neues von der EU

 

 

 

Eine kleine Geschichte der Blühwiese

Früher, also vor tausenden von Jahren, war Deutschland mit Wald bedeckt. Trotzdem lebten hier pflanzenfressende Tiere, die offenes Land mit Wiesen und Gras als Futterlieferenten benötigten. Es waren die großen Wildtiere, wie z. B. die Wisente und Auerochsen, aber auch anderes Wild, die die Lichtungen im Wald offenhielten, indem sie die Bäumchen die da wachsen wollten, einfach niedertrampelten oder abfraßen. War eine Wiese abgefressen, zogen sie weiter zur nächsten Lichtung.

Die Wiesen konnten sich wieder erholen bis zur nächsten Beweidung.

Jungstier auf der WeideJungstier auf der Weide

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es entwickelten sich zahlreiche Arten an sonnenliebenden Blumen und Gräsern, je nach Boden und Klima, und mit ihnen Insekten und anderes Getier, das sich auf diese Pflanzen spezialisierten und ihre Lebensnischen fanden.

Die überlebensnotwendige Bedingung war, dass regelmäßig pflanzenfressende Tiere kamen, die die Bäume kurz und die sonnigen Lichtungen offenhielten.

 

 

artenreiche Blühwieseartenreiche Blühwiese

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Später vergrößerten die Menschen die Lichtungen, rodeten die Bäume, legten Felder an, bauten Dörfer und Städte. Die Menschen benötigten aber für ihre Haustiere nach wie vor Wiesen entweder zur Beweidung oder um Futter für den Winter zu sammeln. Zudem wurde es den Bauern ab dem 17. Jahrhundert von den Feudalherren verboten, Ihre Tiere zur Beweidung in den Wald zu treiben (Hutewälder/Weidewälder), um dem Jagdwild nicht das Futter streitig zu machen.

Das Offenland wurde mehr, der Wald wurde weniger. Aber es gab viele artenreiche Wiesen, weil diese durch den Wechsel von Mahd oder Beweidung und Erholung gepflegt wurden: nun allerdings waren es die Menschen, die die Wiesen erhielten, nicht die Wildtiere.

Es gab noch keinen Kunstdünger und so blieben die Wiesen nährstoffarm und gleichzeitig artenreich, da alle Pflanzen gleichermaßen um die wenigen Nährstoffe kämpfen mussten, und kaum eine Pflanze die anderen Pflanzen flächendeckend übervorteilen und verdrängen konnte. Der Mensch wiederum musste mit dem wenigen und nährstoffarmen Heu für seine Tiere auskommen.

 

 

Garchinger Heide, ein Beispiel für extrem nährstoffarme WiesenGarchinger Heide, ein Beispiel für extrem nährstoffarme Wiesen

 Blühwiese im Alpenvorland mit Orchideen (Knabenkraut)Blühwiese im Alpenvorland mit Orchideen (Knabenkraut)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bevölkerung wuchs und wuchs, die zur Verfügung stehenden Flächen aber irgendwann nicht mehr. Der Wald war großflächig gerodet, der Rest wurde für die Forstwirtschaft erhalten und wandelte sich vom natürlichen Wald (mancherorts über den Weide- und Hutewald) zum kultivierten Forst.

Die vorhandenen landwirtschaftlichen Flächen mussten intensiver genutzt werden, um die Bevölkerung satt zu bekommen. Wurde zunächst der wenige, verfügbare Dünger (Gründünger, Mist und Jauche) ausschließlich auf Äcker ausgebracht, so konnten nach der Erfindung des Kunstdüngers auch Wiesen gedüngt werden.

So kann man auf Flächen, auf denen früher Schafe und Ziegen kaum genug fanden, um satt zu werden, sogar nährstoffreichen Mais anbauen. Aus den nährstoffarmen und artenreichen Wiesen wurde nährstoffreiches und artenarmes Grünland mit Gras und Klee, das mehrmals im Jahr gemäht werden kann. Damit können Schlachttiere schneller gemästet werden und Milchkühe mehr Milch bringen.

Die Lebensmittelproduktion konnte so trotz begrenzter Flächen mit dem Bevölkerungswachstum mithalten.

 

MaisfeldMaisfeld

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die nährstoffarmen Wiesen brauchte man jedoch kaum mehr. Sie verschwanden nach und nach bis auf wenige Rückzugsgebiete und mit ihnen viele Blumen und Insekten und mit den Insekten viele Vögel und Fledermäuse, die wiederum die Samen und Insekten als Nahrung brauchten.

Seit einiger Zeit findet nun ein Umdenken statt. Es gibt Gesetze zum Schutz und zur Förderung der Artenvielfalt und zahlreiche Förderprogramme. Es entstehen wieder Blühwiesen und man pflegt sie mit großem Aufwand.

Auch wir können zu mehr Artenvielfalt beitragen, indem wir in unseren Gärten und auf unseren Grundstücken Flächen für heimische Blumen reservieren.

 

Autorin und Bilder: Judith Ortenburger

 

 artenreiche Blühwieseartenreiche Blühwiese